Pip

Meine Pipi ist die Größte!

von Christine Faltner

Meine Mudi-Geschichte beginnt wohl wie viele andere. Ich hatte damals nur meinen Border Collie mit dem ich Agility machte und war langsam auf der Suche nach einem Zweithund. Ich begann meine Suche nach anderen Hütehunden, und blieb letztendlich wegen Büchern und recherchen im Internet bei zwei Kandidaten, dem Berger des Pyrenées und dem Mudi hängen. Von der Art her schienen mir beide recht ähnlich, klein, quirrlich und bellfreudig. Da ich aber wohl bei beiden Rassen eher ins Ursprungsland reisen müsste um einen guten Züchter zu finden, entschied ich mich doch für das nähere Ungarn und für den Mudi. Der Entschluss war gefasst, ein kleinerer Hütehund als der Border Collie soll es also werden, ein Mudi aus Ungarn!

BabypipDa ich alles Richtig machen wollte, schrieb ich also verschiedene Züchter an, machte mich schlau über Linien, was um ehrlich zu sein als „Ausländer“ nicht so einfach war, besuchte Züchter Persönlich in Ungarn, und war im Endeffekt bei drei Züchtern auf der Warteliste für einen Welpen. Die Zeit verging und wohl alle drei Würfe ließen etwas auf sich warten, und dann kam der eine Tag, der jegliche Zeit der Recherche auf den Haufen schmiss. Ich sah im deutschen Mudi-Forum eine Vorstellung einer ungarischen Züchterin, die noch einen sportlichen Platz für die Hündin aus ihrem ersten Wurf suchte. Es war um mich geschehen. Nach vielen Mails machten wir uns also auf den Weg um die kleine „Ada“ zu besichtigen. Was soll ich sagen? Die Züchterin war ein Goldgriff, die Eltern von der Welpen herzlich und aufgeschlossen, und beide Eltern waren standardgroß. Wir machten uns also mit der kleinen Pip auf den Heimweg.

Knuuutsch!Ich muss zuegeben, die erste Zeit mit Pip war nicht leicht, vor allem wenn man davor nur einen „everybody’s darling“ Border Collie großgezogen hatte. Pip schloss sich gleich an unsere anderen Hunde an, meine Wenigkeit interessierte sie nicht. Sie wollte nicht kuscheln, sie wollte nicht spielen, die einzige Interaktion mit mir war es mich zu zwicken und zu beißen. So hatte ich nun dieses Wollknäudel mit dem ich eigentlich eine Agility-Karriere anstrebte. Mit mir etwas üben? Nur über Pips Leiche, sie war weder mit Spielzeug noch mit Leckerlies zu motivieren. Jede Ameise zog ihren Fokus mehr auf sich. Dann begann sie auch noch zu „fremdeln“, und plötzlich war alles und jeder böse. Das einzige gute daran war, dass sie mehr Schutz bei mir suchte. Ein guter Aspekt ihres Wesens war auch, dass sie in ihrer Unsicherheit nie in die Offensive ging bzw. geht, zwar kurz bellt oder knurrt, aber dann von sich aus ausweicht. Die Fremdelphase ging vorbei, doch von einem wesenfesten Hund kann ich nicht sprechen.

Pip ist die Größte!Pip entwickelte sich auch körperlich. War nicht mal die Rede von einem kleineren Hütehund? Das bekam sie wohl nicht mit, denn sie wuchs heran als hätte ich sie mit Ferkelstarter gefüttert und irgendwann als sie die 46cm erreichte hörte ich auf zu messen, die Agility-Klasse Medium ging an ihr eher vorrüber. Dafür kann ich heute, fast stolz, davon sprechen, dass ich wohl eine der allergrößten Mudihündinnen besitze. Pip wollte also so groß wie mein Border Collie werden, und ist stolze 51/52cm hoch und nur 13kg leicht.

Mittlerweile ist sie mein geheimer Liebling im Rudel. Sie weiß, wie sie die anderen Hunde daheim austricksen kann, und tut dies auf ihre Art sehr gern und erfolgreich. In ihrer Art ist sie auch einzigartig, und wenn jemand behauptet Mudis wären anders, dann kann ich dies nur bestätigen. Wesensfest ist sie nicht und wird sie nie werden, viele Dinge machen ihr noch immer Angst, aber wir wissen wie wir damit umgehen können. Wenn Pip mal einen schlechten Tag hat merkt man das sofort, oft ist sie deshalb meine „grantige Prinzessin“. Am allerliebsten mag Pip meinen Vater, meinen Freund vergöttert sie auch, ist sie doch eher ein Männerhund. Und so wie sie meine anderen Hunde austrickst, macht sie es auch oft bei mir. „Manipulativ“ würde ich sagen, oder einfach unglaublich klug! Der Alltag würde sich wohl mit ihrer Angst oft etwas schwer gestalten, zum Glück wohnen wir aber am Land, was es uns einfacher macht.

Als Pip 3 Jahre alt war, kam noch meine Belgische Schäferhündin ins Rudel. Jamjam wurde zu ihrer liebsten Freundin. Ich hatte auch da meine Bedenken, ist doch Pip vom Alter her eher über ihr gestellt, ihr aber von der Festigkeit und auch im körperlichen eher unterlegen. Zum Glück kann ich behaupten, dass Jamjam nur sehr selten Pips Überlegenheit anzweifelt. Heute kann ich auch behaupten, dass Pip ein Hund ist, den man allein auch überall mitnehmen kann, wir waren Agilityturnier bedingt ja auch schon viel unterwegs.

Im Agility zeigt sie sich auch sehr gut, ist sie doch für einen Large-Hund doch in der perfekten Größe. Wir haben beide viel Spaß daran, aber auch in der Agilityausbildung hat sich bei mir der ein oder andere Fehler eingeschlichen, den wir noch heute ausbaden können. Trotzdem kann ich behaupten, dass sie ein recht souveräner Hund im Agility geworden ist, den man einem jeden in die Hand drücken kann.

Würde ich mir wieder einen Mudi nehmen? Ich würde das mal mit einem „ja“ beantworten, jedoch erst wenn es meine grantige Prinzessin nicht mehr gibt. Ich bin doch recht froh, nach Pip mir einen eher souveräneren Hund genommen zu haben, der sich von ihr nicht anstecken lässt was „Gruseliges“ angeht. Ein Mudi ist toll, aber für mich reicht einer zur gleichen Zeit.

Pip ist somit die Größte für mich, in jeglicher Hinsicht! Wink


Steckbrief

Name: „Pip“ Hegyaljai-Pásztor Ada
Geboren: 25.10.2007 (Ahnentafel)
Hobbys: agility, baden gehen, frisbee spielen
Eigenschaften: zurückhaltend, verspielt, nachtragend, morgengrantig
mag am liebsten: das herrli, ihre michi, mit jamjam spielen, wuzzeln, border collie männer, den bubu sekkieren, graben
mag nicht: stöcke, fliegenklatsche, handyklingeltöne, früh aufstehen
wohnt in: Drösing (Niederösterreich)
bei: Christine Faltner



 

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